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Chinablog

- Meine Reise nach China -

Donnerstag, 19.08.2010

Ich wache auf und habe gut geschlafen. Draußen ist es ungewöhnlich dunkel. Christopher und ich gehen zusammen runter in die Eingangshalle und ich bemerkte, dass sich alle in der Halle anstatt draußen aufhielten. Das konnte nur eins bedeuten: Es regnete. Als ich nach draußen schaute regnete es tatsächlich und die Straßen waren nass. Wir stellten uns zu unseren Shifu in den Gang und es hieß „Break“. Ich ging wieder aufs Zimmer und hatte erst mal gut Rücken- und Nackenschmerzen und konnte deswegen nicht mehr liegen. Ich schaute deswegen seit langem meine Serie weiter und bald schon klopfte es an der Tür. Mein Shifu kam herein und wollte uns die Betten machen, damit es für die Zimmerkontrolle top aussieht. Aber als er Christopher noch im Bett schlafen sah, meinte er, er kommt später wieder. Bis zum Frühstück passierte nichts außergewöhnliches mehr. Selbst das Frühstück war wie immer. Jedoch war unser Tisch heute sehr leer. Harry ist seit 2 Tagen krank und liegt die meiste Zeit im Bett, Max kam nur kurz gucken und ging dann wohl wieder aufs Zimmer. Nach dem Frühstück lagen wir erst mal wieder in den Betten und machten nichts. Kurz nach 8 klopfte es wieder. Diesmal war es nicht unser Shifu, sondern 2 Kinder aus unserer Gruppe. Der 15 jährige Kommandogeber war auch dabei. Unser Shifu schickte Sie, um uns die Betten zu machen. Ich lies Sie mein Bett machen, was Sie wirklich sorgfältig hinbekommen haben. Christopher lag immer noch im Bett und lehnte die Großzügigkeit unseres Shifus ab und wollte es stattdessen selber machen. Da die Zeit bis zur Room inspection knapp wurde, fingen wir nun auch an unser Zimmer aufzuräumen, das schon wieder wie ein Saustall aussah. Diesmal zwar nicht so ordentlich wie beim letzten Mal, aber ich denke es war gut genug. Kurz nach dem Klingel, aber noch vor der Kontrolle kam unser Shifu kurz mit den Kindern zusammen gucken und bemängelte die eigentlich sehr sauber gefaltete Bettdecke von mir. Er gab ihnen einen Arschtritt und er sollte es nochmal machen. Da die Bettdecke in sich zusammenfiel, fragte der 15 jährige nach einem Buch zum darunterlegen, damit es eben aussieht. Christopher gab sein einziges Buch dafür her aber es reichte nicht. Sie gingen in Ihre Zimmer und holten 3 Schulbücher. Danach sah es besser aus. Wir machten weiter mit dem Aufräumen und dann kamen die Shifus herein. Alles soweit ordentlich. Bei der Staubkontrolle wurden Sie auch nicht fündig, da ich vorher schnell trocken drüber gewischt hatte. Einzig und allein den vollen Mülleimer haben Sie bemängelt. Den haben wir in der Zeit nicht mehr rausbringen können. Dann ging’s zum Meeting runter. Nach dem Vorlesen („Help yourself“) gingen wir dann zur Trainingshalle. Einer der vier Teppiche war durch den vielen Regen nass geworden und wurde umgeklappt, da auch der Boden da drunter nass war. Mit der Gruppe vom Pan-Shifu sind wir zusammen mit den Kindern dann 2 große Runden laufen gegangen. Der Weg führte durch ein Mini-Kaff und vorbei an der Straße zur Schule. Ich vermute eine Runde war etwas mehr als 3 KM lang. Teilweise war der Weg sehr matschig. Leichte Steigungen waren auch vorhanden. Ich hatte richtig Spaß am Laufen und ging sogar als einer der ersten ins Ziel. Nach dem Laufen sollten wir dann in die Halle gehen und uns dehnen. Nach dem kurzen Dehnen an der Dehnstange ging es dann auf dem Teppich weiter mit Power-Stretching. Ich wurde auserkoren die armen Kinder mit einem Bein am Boden festzuhalten, während unser Shifu das andere Bein soweit streckte bis man die Schmerzensschreie vernahm. Max und ich blieben dann auch nicht verschont und wurden gequält. Christopher ging es irgendwie nicht so gut und ging darauf zurück aufs Zimmer. Wir dehnten uns noch dann selbstständig weiter. Die 16-jährige Chinesin Yang Uih (oder so) wollte dann sehen, wie tief ich bei einer bestimmten Übung hinunter komm. Sie selbst konnte die Übung ohne Probleme und kam auch sonst ziemlich tief runter. Sie half mir dann beim Dehnen, indem Sie mich weiter runter drückte und dergleichen und ich bemerkte, dass ich wirklich sehr flexibel geworden bin. Beim Frontspagat fehlt nicht mehr viel. Wir wechselten uns dann mit dem Dehnen ab und irgendwann waren wir dann fertig. Unserem Shifu ging es offenbar auch nicht so gut, denn er lag die ganze Zeit nur regungslos auf dem Teppich rum. Auch die anderen Gruppen machten nicht viel mehr als wir. Nur die Gruppe vom Pan-Shifu hatte reguläres Training. Nach dem Dehnen passierte nicht mehr viel und wir konnten quasi machen was wir wollten. Ich stieg Max darauf auf den Rücken und massierte ihn mit einem Stock. Eines der Kinder machte das gleiche mit mir. Ich verpasste jedem der Kinder aus unserer Gruppe dann auch eine der Spezialmassagen und erhielt zum Ausgleich gleich mehrere zurück. Die beste und längste Massage bekam ich von dem Mädchen aus unserer Gruppe. Danach war ich wieder fit wie ein Turnschuh. Ich massierte Sie dann auch noch und dann war das Training auch schon zu Ende. Viel gemacht haben wir heute nicht, aber viel mehr hätte ich auch nicht gekonnt. Während ich duschte kam unser Shifu aufs Zimmer und wollte wissen ob ich nach Fangshuang muss um Geld für den Trip morgen abzuholen. Ich war mir nicht sicher und konnte auch nicht nachgucken, da ich wie gesagt unter der Dusche stand. Ich finishte also fast und schaute nach wie viel Geld ich noch besaß. Es reichte für den Trip aber ich ging wirklich out of Money. In der Eingangshalle suchte ich meinen Shifu und sagte ihn Bescheid, dass ich noch genug Geld habe. Er wollte aber nach dem Essen noch mal beim Elektroladen anrufen und dann mit mir nach Jiaozou fahren um die Kamera abzuholen. Ich beeilte mich also mit meinen Berichte schreiben und dann war es schon Essenszeit. Ich aß so schnell ich konnte und schrieb den ersten Teil meines Berichtes zu Ende. Dann war es Zeit aufzubrechen. Auf dem Weg runter traf ich meinen Shifu, der mich gerade holen wollte. Wir warteten unten auf das Taxi, dass etwa 15 Minuten auf sich warten ließ. Ich zeigte meinen Shifu noch mein Visa, dass bald abläuft und er klärte ihn, dass ich 3 Tage mehr brauch. Der Second-Headmaster sagte mir, dass der Preis für 3 Tage und 1 Monat der gleiche ist. Nämlich 300 Yuan. Dann ging es los. Zusammen mit meinem Shifu, dem Taxifahrer und den 15 jährigen Chinesen aus unserer Gruppe fuhren wir nach Jiaozou. Der Taxifahrer fuhr uns direkt an die Straße wo der Elektroladen war. Er kannte sich scheinbar gut aus, denn ich zeigte ihn nur den Wisch den ich bekommen hatte. Zu dritt gingen wir in den Elektroladen und mein Shifu klärte das mit der Verkäuferin. Tatsächlich war die Kamera repariert worden und funktionierte wieder tadellos. Sogar den Preis konnte mein Shifu noch senken. Von den  angeschlagenen 180 Yuan musste ich „nur“ 170 bezahlen. Yeah. Wir gingen wieder nach draußen zu der Stelle, wo uns das Taxi raus lies. Mein Shifu musste noch Medizin für seine Mutter besorgen und ging in die Apotheke. Er schickte den Jungen los zu einem Fast Food Restaurant und er sollte einen Burger kaufen. Dann fuhren wir zurück. Auf dem Rückweg machten wir noch Halt bei einer Bank, da ich Geld brauchte. Der Bankautomat in Jiaozou funktionierte nicht. Deswegen hielten wir in Fangshuang und ich hob mein Geld ab. Mein Shifu schlief auf dem Rückweg sogar ein. Für mich unmöglich, da das Taxi rappelte wie verrückt. Straßenzustand sei Dank. Nach meiner Ankunft in der Schule hatte ich genau 1 Minute Zeit bis zum Meeting. Ich zog mich schnell um und wir gingen anschließend los zur Trainingshalle. Wir begannen nach dem Aufwärmen mit dem Dehnen auf dem Teppich. Dann fuhren wir mit den Kicks fort und ließen schließlich noch einmal die Shao-Form bevor wir mit unseren Waffenformen fortfuhren. Mein Shifu zeigte mir wieder den nächsten Teil der Form. Problem dabei war, dass ich das Schwert zum flattern bringen musste, während ich einen Hieb damit ausführte. Das gelang mir erst nachdem die Stunde beendet war und wir uns auf dem Rückweg machten. Unser Shifu drängte uns dann noch zum Chinesischunterricht. Wir sagten ihn, dass die Lehrerin doof ist und wir kein Bock darauf haben und lieber schlafen würden. Er wollte mit ihr drüber reden. Als dann der Unterricht anstand, redeten sich Max und Christopher irgendwie raus. Nur ich durfte darauf hin noch gehen. Während Max und Christopher schlafen durften, wurde ich genötigt hinzugehen. Mit Musik und Wörterbuch ging ich los und traf meinen Shifu auf dem Flur der mir ganz hysterisch applaudierte, weil ich tatsächlich zum Unterricht ging. Hatte er wohl nicht erwartet. „Hao hao hao…“ hieß es darauf (also „gut“). Während der Stunden hörte ich Musik und blätterte in meinen Büchlein herum. Es fing an zu Gewittern und zu regnen. Zwischendurch fiel der Strom immer wieder aus. Nach der Stunde ging ich aufs Zimmer und ärgerte mich über den fehlenden Strom. Denn für morgen wollte ich gerne noch meine Kamera aufladen, die halb leer gezogen wurde. Beim Essen gab es dann doch warme Brötchen. Hätte ich nicht erwartet, denn ohne Strom ist es für gewöhnlich nicht möglich Sie aufzutauen bzw. zu erwärmen. Nach dem Essen gab es dann auch wieder Strom und ich konnte endlich meine Geräte aufladen. Beim Meeting stand dann fest, dass kein Training ist. Es regnete nämlich immer noch ein wenig. Zudem waren die Straßen wieder halbvoll mit Wasser. Bis zum nächsten Meeting hatten wir noch ungebetene Gäste auf dem Zimmer. Christopher lieh sich vorher noch Filme von Harry aus und wollte Sie gucken. Die 3 bis 4 Chinesen, die wir dann auf unserem Zimmer hatten verhinderten das. Sie spielten mit all unseren Sachen herum und sorgen für ein mittelmäßiges Chaos. Christopher drehte schon fast wieder durch, da er einfach nur seine Ruhe haben wollte. Als Sie dann alle verschwunden waren, ging es auch schon bald zum nächsten Meeting. Danach sollten alle die morgen zum Ausflug wollen in einen der Klassenräume gehen und warten. Yuen, der Second-Headmaster und unser Shifu kamen hinein und Yuen erklärte uns, dass der Trip verschoben wurde, da das Wetter nicht mitspielen würde und die Bus-Firma, von der wir den Reisebus bekommen hätten noch nicht fest zugesagt hat und deswegen nur einen Gammelbus bereitstellen hätte können. 2 Ausländer haben deswegen extra Ihren Flug umgebucht, damit Sie noch mit zum Konfuzius-Tempel können. Nun war alles umsonst. Der Trip soll stattdessen am 23. Oder 25. August stattfinden. Ich ging aus Zimmer zurück und schrieb meinen Bericht zu Ende, während Christopher schon schlafen durfte. Voll frech.


Info:
Donnerstag, 19.08.2010
Erstellt:
19. August 2010
Kategorien:
China
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